
Heutzutage sind Präsenz und Zeit zu etwas Kostbarem geworden – fast wie Gold. Eine Präsenz ohne Ablenkung, ohne Lärm, ohne Belanglosigkeiten. Eine Präsenz, die uns das Leben wirklich schmecken lässt. Eine Stille, die weit über die bloße Abwesenheit von Geräuschen hinausgeht. Eine Präsenz, die uns mit dem Menschen verbindet, der uns gegenübersitzt, die uns fühlen lässt, was in unserem Inneren lebt, und die uns daran erinnert, dass wir lebendig sind.
Mitte Juli ist mein Vater verstorben. Wir standen uns sehr nahe, und es gibt keine Worte, die beschreiben können, wie sehr ich ihn vermisse. Es war für mich eine Ehre, ihn als Vater gehabt zu haben. Und heute bin ich zutiefst dankbar für all das, was er mir mitgegeben hat.
Eines dieser Geschenke begleitet mich heute ganz besonders: seine außergewöhnliche Art, wirklich präsent zu sein. Eine Präsenz, die er mir nicht erklären musste, weil er sie sein ganzes Leben lang vorgelebt hat.
Er war kein Yogi im klassischen Sinn. Und doch glaube ich, dass er auf seine Weise das Wesen des Yoga besser verstanden hat als ich – weil er es in jedem einzelnen Moment seines Lebens verkörperte.
Deshalb habe ich die Zeit mit ihm so geliebt. Wenn ich ihm etwas erzählte, war er wirklich da – mit seiner ganzen Aufmerksamkeit, ohne sich von irgendetwas ablenken zu lassen. Wenn wir etwas gemeinsam unternahmen, war er völlig in dem aufgegangen, was wir gerade taten. Er schenkte seine ungeteilte Aufmerksamkeit der Tätigkeit oder den Menschen, die bei ihm waren.
Diese Präsenz war spürbar – selbst dann, wenn wir zum hundertsten Mal einen Film von Bud Spencer oder Chuck Norris schauten. Oder wenn wir einfach nur nebeneinander saßen, ohne ein Wort zu sagen. Sogar in seinen letzten Tagen, als er nicht mehr sprechen konnte und nicht mehr bei Bewusstsein war, war diese Präsenz da – bis zu seinem letzten Atemzug.
Und genau dieselbe Präsenz spüre ich auch heute noch. Wenn ich gehe. Wenn ich meditiere. Wenn ich in die Stille eintauche. Ich denke an ihn – und auf eine gewisse Weise ist er immer noch da.
Heute weiß ich: Genau diese Art, ganz da zu sein – mit offenem Herzen, ungeteilter Aufmerksamkeit und echter Verbundenheit – ist das, was ich Soulful Presence nenne.
Ich glaube jedoch, dass diese Präsenz kein Geschenk ist, das nur wenigen Menschen vorbehalten ist. Sie ist etwas, das wir alle in uns kultivieren können. Jedes Mal, wenn wir uns bewusst dafür entscheiden, wirklich hier zu sein, mit dem Herzen zuzuhören und einen Moment ohne Eile und ohne Ablenkung zu erleben, nähren wir diese Qualität unseres Seins.
Deshalb möchte ich dieses Vermächtnis in meinem eigenen Leben weitertragen. Ich wünsche mir, dass Soulful Presence zum roten Faden all dessen wird, was ich erschaffe und mit anderen teile – in meinen Retreats, meinen Einzelsitzungen, meinen Workshops und allen Räumen, die ich begleiten darf.
Von heute an wird jede Veranstaltung, die entsteht, diesen Namen und diese Intention in sich tragen: Soulful Presence.
Es soll nicht einfach nur ein Titel sein. Es ist eine Einladung. Langsamer zu werden. Wirklich da zu sein. Zu jener tiefen Präsenz zurückzufinden, die uns mit uns selbst, mit anderen Menschen und mit dem Leben verbindet.
Denn genau dort beginnt jede echte Transformation.
Zu erkennen, wer wir wirklich sind, um bewusst wählen zu können, wer wir werden möchten – und ein Leben zu gestalten, das mit unserem innersten Wesen im Einklang steht.
